Ein Sozialpraktikum der JS 1 gibt es auch!?! – „Seitenwechsel“ – Soziales Lernen als erfolgreiches Praktikum in der JS 1 – die Fachschaften Religion und Ethik im Namen des ganzen Kollegiums.

Wenn wir Lernen unter anderem als den Erwerb von Verhaltensmöglichkeiten verstehen, der darauf abzielt, dass wir mit vielen Lebenssituationen und -anforderungen angemessen umgehen können, dann stellt sich die Frage, ob unser Lernangebot an den Gymnasien nicht zu einseitig, ja zu „verkopft“ ist. Als Schule führen wir in der gesamten JS 1, im Rahmen unseres Sozialcurriculums ein einwöchiges, verbindliches Sozialpraktikum durch, das in unserem Schulcurriculum fortlaufend verankert ist. Die Schülerinnen und Schüler helfen in dieser Zeit ganztägig und unentgeltlich in einer sozialen Einrichtung ihrer Wahl. Sie können sich dort mit Realitäten auseinandersetzen, die im gymnasialen Alltag sonst wenig vorkommen. Sie müssen sich Zeit nehmen für Menschen, die oftmals nicht gerade zu den vordergründigen Gewinnern unserer Gesellschaft gehören: z.B. für kranke Menschen, alte Menschen, Menschen mit Handicaps und Behinderungen, für pflegebedürftige Menschen und Menschen ohne Obdach, für Langzeitarbeitslose, Asylbewerber, straffällig gewordene Menschen und Menschen mit einem Fluchthintergrund. In einer sich im Alltag entsolidarisierenden Gesellschaft sehen wir es als Aufgabe unserer Schule an, Schüler für menschliche Nöte und soziales Handeln zu sensibilisieren. Nicht nur, weil der Arbeitsmarkt immer mehr soziale Kompetenzen fordert, sondern auch weil soziales Handeln menschlich und „sinnstiftend“ ist und damit für unsere Gesellschaft zentrale Bedeutung hat.

Die Fachschaft Religion organisiert seit vielen Jahren regelmäßig für alle 10er Klassen im Klassenverband „Tage der Orientierung“ – was ist darunter zu verstehen?

Für die Schülerinnen und Schüler der zehnten Klassen des Gymnasiums ist nach einer Verordnung des Kultusministeriums die Möglichkeit vorgesehen, an „Tagen der Orientierung“ teilzunehmen. Diese Tage sind eine Veranstaltung mit eigenen Methoden, die sich in erster Linie an der Jugendarbeit orientieren. Die „Besinnungstage“ haben an unserer Schule nicht nur eine inzwischen jahrzehntelange Tradition, sie erfreuen sich bei Schülerinnen und Schülern auch einer großen Beliebtheit. Die Besinnungstage sind keine Variation eines Kompakt-Unterrichtes an einem anderen Ort, sie sind vielmehr eine Veranstaltung mit eigenen Methoden, die sich vor allem an der Jugendarbeit orientieren. Damit immer alle Schüler/innen einer Klasse mitgehen wollen und können, wird das Programm so gestaltet, dass die Kirchen- oder Religionszugehörigkeit eines Einzelnen nicht unmittelbar berührt sind.

Was läuft am Schubart in Reli außerunterrichtlich?

Die Turnhalle, in der wir unsere ökumenischen Schulgottesdienste durchführen, ist immer sowas von proppen,  von gedrängt  voll – vor den Weihnachtsferien und als Abschluss des Schuljahres. Diese Schulgottesdienste sind für alle offen und Schülergruppen aller Stufen sind in der Erarbeitung des Gottesdienstthemas und in der Durchführung des Gottesdienstes beteiligt. Diese sehr gut besuchten Gottesdienste unterstreichen und prägen unsere Schulgemeinschaft mit.
Wenn möglich, kommen hinzu: Besuch der Sozialverbände in Ulm und Info über ihre Arbeit. Wir besuchen evangelische und  katholische Kirchengebäude, suchen nach jüdischen Spuren in Ulm, besuchen die  jüdische Synagoge, die Hans- und Sophie-Scholl-Ausstellung, legen Wert auf interkulturelles Lernen: Als Projekt am Ende des Schuljahres, so Projekttage stattfinden: Besuch der Moschee in Ulm, der Synagoge in Augsburg, der Synagoge in Ulm, Besuch des katholischen wie jüdischen Friedhofs an der Stuttgarter Straße.Außerdem führen wir das einwöchige Sozialpraktikum der gesamten JS 1 in Stellvertretung des gesamten Kollegiums durch und „Tage der Orientierung“ für alle 10er Klassen, unabhängig von ihrer Kirchen – und Religionszugehörigkeit.

Für was steht die Fachschaft Religion? Und um was geht es uns inhaltlich im RU?

Als katholische und evangelische Religionslehrer*innen sehen wir uns der Ökumene verpflichtet und sehen uns als eine Fachschaft!

Im Fach Religion legen wir  Wert auf Öffnung und kritische Auseinandersetzung/ Reflektion des christlichen Glaubens in der Spiegelung zur eigenen Religion, zu anderen Religionen und in der Spiegelung zu aktuellen gesellschaftsrelevanten Fragestellungen.